Ofra Haza: 11th anniversary of death – words

19:40 Israeli time

Along the seashore, there are no waves

There is the world, splitting into broken pieces

At the footbridge

Tell me, how to halt the tears?

Tell me, where is there another world to live in?

(Ofra Haza, “Le’orech haYam”)

 

...And here we are, back to this certain date. Back to the date, back to the hour. I stand in awe of this hour. What is this awe about?…

 – It’s a song of life I’m singing you, I’m singing it to the world each year anew on this very day and moment. If you look closely, you will see the paradox in that song of mine, but it’s true, it’s sincere. To be honest – it’s a song of lament over a life which you have literally left behind you. You, Ofra Haza, Jewish girl, singer, wife, woman – you went away and wherever you must be now, it is surely the right place for you to be in. That’s how it is with people who leave us. It had been your path to follow, no matter how tragic and sad it had looked like for us, friendly observers from aside.

It’s another question I’m asking. What is it that you have left past you, left for us to live with!?

My question goes further.

What is this that you have brought into the world, this spiritual child of yours you gave life to by the means of your mere existence? How did you manage to impress the minds of thousands? A tiny woman, exercising her powers like instruments, knowing they would find the right material to work on. Is it your intuition in music, your appearance and attitude towards the world and those who inhabit it?

What is it that still makes you be felt so close in people’s hearts? That the star which has stopped shining more than a decade ago, with its light it still reaches eyes and ears?

I sound too lofty; I can’t refrain from my metaphors.

But my question goes deeper.

What is it that makes me want to internalize every bit and piece of you, from toe to hair, from thought to sound?

What force does make me want to implant that seed of life you’d spread – in the souls of others?

“Those who had sowed with tears

Will harvest with joy” (Psalm 126)

Perhaps those were us who had sown the seeds I mean. Devouring eagerly with a slight trace of obsession each of your moves, words and deeds, trying hard to be surrounded by this special aura which would smell like an exquisite perfume. It would provide us with the opportunity to steal away from time to time into that “other world” which you speak of in “Along the seashore”.

Are you a seed, Ofra? Then today you must be a forgotten one, having endured famine and drought. And still, you haven’t vanished. You’re there, in that cracky soil of our hearts.

Perhaps you are also a key, the key to “this other world which is the gate to other borders”, as you’ve timelessly stated at your performance at Montreux.

Seeds, keys, forces. I struggle to understand and live up to my own images, to the best of my ability.

All the power stems from the Creator.

http://haza.co.il/eng

http://1000memories.com/ofra-haza

Isralike/AyinChet

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Quick note

Sometimes I feel my dreams overwhelming me and enlarging my heart and soul, making me feel greater than life. Me and all my goals I strive for to make true.

And then a moment comes, enough to wipe my dreams away. In a minute. With a tune of some emotional song and some pictures fitting to it. And when I reminisce and realise – my G-d, what was I actually dreaming about?

And ideals vanish, ideas float away, every determination and logic is torn apart and makes these images of hope and wish and desire look so cold and ridiculous, simply too far away and too senseless to be reached.

And there had been a time when I was honestly thinking I might get to that, too.
My mother quoted someone saying “Where there is desire, there are a thousand paths to it, where there is resentment, there are a thousand reasons for it.”

Oh, where to find that boundless desire for all my dreams!…
Oh how to make those dreams and their objects of dreaming not to suffer from my lack of hope sometimes! Not to suffer from time passing by…

Isralike.

Israelreise – Danke

Israelreise.

Vorbei.

Vorbei?

Was so alles hängen bleibt.

Ich will mir gar nicht ausmalen, was die anderen in sich alles aufbewahren müssen während der Heimreise und danach. Ist doch für die meisten das erste Mal dort.

Wie haben sie es wohl aufgefasst?

Was haben sie gedacht, was denken sie jetzt und wie geht es weiter?

Nein, nicht was sie sagen. Worte, aufgeputschte Worte, tückische Sätze. Wie Luftschlangen, schön in der Packung, und wenn du sie einmal ausrollst, sind sie nicht mehr fassbar.

Ich will reden.

Die Wortschlangen im Kopf loswerden. Nein, ich habe nichts Schlimmes erlebt. Ich habe ein brennendes Bedürfnis, all das Schöne zu teilen, das ich auf dieser Reise aufsammeln konnte. Alles, was neu war und was weiterging.

G-tt, ist das alles viel. G-tt, ist das alles unübersichtlich und viel. Und dann so klar, so lebhaft.

Die Erinnerungen sind in mir so lebhaft, wie die Realität traumartig war, als ich noch dort verweilt habe. Nicht zu fassen. Wie so etwas bloß zustande kommt.

Ich versuche, meine Gedanken mit Musik zu begleiten. Zu untermalen, zu stärken oder zu lösen.  Wie würde es wohl Barak [Oded, Chorleiter Kochav Yair] machen? Sich in der Musik auflösen? Ich habe es versucht, aber der Flug ist lastend und es ist mir nicht gelungen. Was mir stattdessen passiert ist, ich bin eingeschlafen, einfach auf der Stelle im Flugsessel, und habe von meinem Abflug geträumt. Als ich aufwachte, war ich immer noch da. Das machte es etwas schwerer für mich…

Barak. Ein Stichwort. Ein Lichtwort. Aber bei Weitem nicht nur er. Nein. Alles war Licht. Nicht nur Funken der Schönheit, wie ich nach ihr immer suche im Galut, im Exil – außerhalb Israels. Diese eine Woche durfte ich eintauchen in Schönheit, in Fülle, in Menge von alledem was ich liebe und (ver-)ehre. Ich habe gelebt, wo ich sollte, mit denen, mit wem ich sollte.

Ach, ich weiß nicht, wie das nennen. Ich habe ein volles Leben geführt für eine kurze Woche. Eine Echtheit, eine Wahrheit war da, die irgendwie „nicht wahr“ sein konnte.

Wie beschreibt man das. Eine unglaubhafte Wahrheit. Eine geträumte Echtheit.

 Die anderen werden zu ihrem Leben zurückkehren, sie haben es leichter, die meisten von ihnen. Das ist gut für sie. Sie waren zu Besuch. Wie schön kann Besuch sein.

Im Gegensatz dazu war ich gerade zuhause. Und jetzt gehe ich wieder weg, gehe wieder weit fort, gehe arbeiten, zu Besuch, in die Wartehalle, nenne es wie du willst.

Im Hinblick darauf ist das also nicht so gut für mich. Aber so ist es nun mal. So war es immer gewesen.

Gut ist, wenn man seinen Gefühlen Lauf lässt. Wenn man seine Gedanken irgendwie realisieren kann. Irgendwie in die Wirklichkeit holen. Durch Musik – wie Barak, wie Katja, wie jeder Musiker. Durch Worte – wie ein Schriftsteller, ein Reporter, ein Dichter. Gut, dass ich wieder damit angefangen habe, zu schreiben. Etwas hielt mich einfach davon ab während der ganzen Reise.

Das muss nicht sein.

Schreiben muss sein. Selbst wenn Worte Schlangen sind, einmal gelöst, nie mehr gefangen, sinnlos in der Gegend verstreut. Aber das Innere fühlt sich befreit…

Verstehst du, Israel ist ein Meer, es ist so voll von  Einzelheiten, dass ein einzelner Blick, eine Geste, eine Mimik, ein Windhauch in Erinnerung bleiben kann. Wenn man auf all die Einzelheiten Acht gibt, mit denen Israel übersättigt ist. Wenn man sich ihnen öffnet und sie abwartend und neugierig aufnimmt und zu ihnen eine Beziehung herstellen will. So die Dinge, so die Orte, so die Menschen. Sie überschütten dich mit Aufmerksamkeit, Hinwendung, Zuneigung, lässt du dich auf sie ein. Das ist Leben. Das ist pures Leben. Reaktion. Kreativität. Fruchtbarkeit. Richtung und Dynamik. Ein Welle, die dich mitführt. Sie zu kopieren in einer anderen Welt ist ein sinnloses Unterfangen, und ohne sie zu leben erscheint mir lebensfeindlich. Das ist doch der Mensch!

Das Volk Israel ist der Mensch in seinem wahrsten Sinne – und mit ihm alle, die sich auf es einlassen.

Danke. Wofür? Für das Kostbarste, das ich habe, das Menschsein, das Leben.

Für Israel.

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